Einsatztagebuch Klaus Runggaldier

Haiti-Einsatztagebuch Klaus Runggaldier

Prof. Dr. Klaus Runggaldier,
hier beim Abflug am 14. Januar,
leitet den Rettungsdienst des
Malteser Hilfsdienstes auf Bundesebene.

22. Januar 2010

Düsseldorf/Herne, 16:45 (local time)
Nach einem Flugzeugtausch in Paris wegen eines technischen Defekts sind wir am 22. Januar mit einer Stunde Verspätung in Düsseldorf gelandet. Am Ausgang warten Journalisten und einige Kolleginnen und Kollegen. Die Journalisten nehmen uns direkt in Beschlag. Zum Glück sind einige wegen unserer Verspätung schon weg. Damit geht das Befragen insgesamt schneller vorbei.

Was für uns am Schlimmsten war, wollen Viele wissen. Das behält jeder lieber für sich. Ob wir wieder hinfahren würden? Das können wir alle drei bejahen. Insgesamt sind wir froh, unseren sehr, sehr kleinen, aber hoffentlich nutzbringenden Beitrag in dieser Katastrophe geleistet zu haben. Allerdings, um mit den Worten von Dr. Siepe zu sprechen, "sind wir sicher keine Helden"! Das, was wir getan haben, hätte vermutlich jede/r getan, wenn er die Qualifikation hat und Gelegenheit dazu gehabt hätte.

Endlich sind die Medien weg. Endlich kann ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben begrüßen: Meine Frau! Sie hat still im Hintergrund gewartet. Jetzt bin ich wieder zu Hause. Dann fahren wir nach Herne, wo die Kinder warten...
Ende des Tagebuchs

Niklas Runggaldier (10) über den Einsatz seines Vaters
Niklas sollte in der Schule eine spannende Geschichte schreiben. Das tat er dann auch: Wie er erst dachte, sein Vater gehe auf Abenteuer-Urlaub, "mit draußen übernachten und so." Aber dann merkt er bald, dass es um ganz etwas anderes geht.  Hier ist
Niklas' Geschichte vom Einsatz seines Vaters.

21. Januar 2010

Santo Domingo, ca 20:00 (local time)
Nach einer störungsfreien Rückfahrt von der Grenze sind wir gut am Airport von Santo Domingo angekommen. Wir müssen 6 Stunden auf den Abflug nach Paris warten. Am Gate treffen wir einige Search und Rescueteams aus der Türkei und Italien sowie Journalisten, für die der Einsatz ebenfalls zu Ende ist. Alle sind müde und geschafft. Es wird nicht viel geredet.

Mit einer einstündigen Verspätung verlassen wir Santo Doming in Richtung Paris, 22:00 Uhr Ortszeit. Das Flugzeug ist voll. Es gibt ein Abendessen mit Rotwein und frischen Früchten. Dann versuchen wir ein bißchen zu schlafen. Der Flug verläuft ruhig. Die 6 Stunden Zeitunterschied werden aufgeholt. Wir landen in Paris Charles de Gaulle am 22. Januar um 10:40 Uhr MEZ.

Grenze Haiti - Dominikanische Republik, 9:08 (local time)
Wir sind über die Grenze und sind im Bus des Ordensbotschafters Haiti in der Dominikanischen Republik und auf der Fahrt in Richtung Santo Domingo. Kilomterlanger Einreisestau nach Haiti mit ganz vielen Trucks mit Hilsgütern. Wie frei die Straßen hier sind! Und wie sauber und frisch die Luft schmeckt! Wir sind gut drauf und freuen uns auf zu Hause! 

20. Januar 2010

Port-au-Prince, 2:30 (local time - 21. Januar)
Nach dem im wahrsten Sinne des Wortes "erschütternden" Einstieg in den Tag war das gesamte Team heute sehr erfolgreich. Nachts ist mit Beate Maas die erste personelle Verstärkung bei uns eingetroffen. Außerdem ist um 5:00 Uhr eine Frachtmaschine aus Oostende mit den ersten medizinischen Hilfsgütern eingetroffen. Nach dem Entladen und Organisieren eines Trucks konnten die Sachen direkt aus der Cargozone des Airports abgeholt werden. Die am Flughafen zwischengelagerten Hilfsgüter sind gigantisch: Paletten und Frachtmaschinen so weit das Auge reicht. 

Unser ebenfalls eingetroffener Logistiker Cesar Russo hat von seiner Ankunft bis zum Mittag rund 300 Landungen gezählt. Eindrucksvoll diese Hilfsmenge. Leider kommt noch immer viel zu wenig konkrete Hilfe bei den Menschen an. Das muss sich endlich ändern. Nach intensiven Beratungen und nicht zuletzt wegen der erfolgreichen Mission durch Dr. Mennewisch mit der deutschen Botschaft haben wir uns entschlossen, ein langfristig angelegtes Public-Health-Projekt in Leogane zu initiieren. Eine entsprechende Projektbeschreibung nebst konkreter Bedarfsanforderung wurde heute zu unserem Headquarter gesandt. Wir sind gespannt, was aus dieser Idee wird.

Der neue Generator funktioniert noch immer nicht. Damit muss wieder ein Teil des Tages mit der Suche nach Strom und dem Laden der wichtigsten Geräte verbracht werden. Abends stößt mit Annette Wächter-Schneider und einem kompletten Medicalteam der kubanischen Malteser aus Miami weitere Verstärkung bzw. die erste Ablösung zum Team. Die Ausreise der abgelösten Teammitglieder wird vorbereitet. Den Rest des Abends bzw. der Nacht erfolgt eine Einarbeitung und Übergabe. Dann gibt es für die abgelösten Teammitglieder nochmal 2 Stunden Schlaf.

Port-au-Prince, 12:39 (local time)
Die Erde wackelt! Die meisten von uns schlafen, jemand ist im Bad, ein Anderer auf dem Balkon. Erst realisiert man gar nicht, was los ist, und dann ergreift einen die Panik: "Raus, alle raus! Schnell raus hier!" Es klappt. Alle sind wach und schnell draussen im Hof. Alle sind erschrocken und sehr froh und ganz still. Keiner sagt etwas. Niemandem ist etwas passiert. Auch das Haus steht noch. Jetzt hat meine eine Vorstellung, wie es wirklich ist, wenn die Erde wackelt. Auf diese Erfahrung hätten aber alle gerne verzichtet.

19. Januar 2010

Port-au-Prince, 22:30 (local time)
Ein weiterer ereignisreicher und anstrengender Tag geht zu Ende. Das Zeitgefühl ist mittlerweile verschwunden. Dr. Siepe hat mit einem Cousin des Gesundheitsministers zwei Krankenhäuser besucht und eine systematische Bestandsaufnahme erstellt: Es gibt viel zu tun, aber die Situation an diesen beiden Krankenhäusern normalisiert sich für haitianische Verhältnisse. Dr. Mennewisch ist mit einer Delegation der deutschen Botschaft zur Erkundung nach Leogane aufgebrochen: Er kehrt tief beeindruckt zurück, da in der 200.000 Einwohnerstadt fast alles zerstört ist. Alleine dort wurden bereits 10.000 Menschen begraben (in Porto au Prince sogar schon 70.000 Menschen). Das besondere an Leogane: Es gibt bislang erst drei Organisationen, die dort helfen, aber ebenfalls unvorstellbar viel Leid.

Die Nurses waren wieder im Hospital und haben umfassend und direkt geholfen. Ein Treffen mit dem Gesundheitsminister verlief konstruktiv. Auch dieser denkt bereits an die Phase des Wiederaufbaus und die Zukunft und erhofft sich viel längerfristiges Engagement der Helfenden.

Am Abend haben wir den dritten platten Reifen - und nun im Team richtig Übung im Reifenwechseln. Die Freude auf Strom in der Unterkunft währt nicht
lange: Der Generator ist da, aber er funktioniert nicht. Alle sind froh, dass wir mit Dr. Nothelle einen Teamleiter für unser Multikulti-Team haben, der richtig gut ist und der mit seiner umfassenden Afrika-Erfahrung, einen absolut passenden Background mitbringt.

Port-au-Prince, 10:30 (local time)
Vorab eine Anmerkung der Redaktion: Klaus Runggaldier erweist sich in Port-au-Prince als begabter Logistiker. Insbesondere wohl in der Akquisition von Steckern bei den UN. Aktuell meldet er einen weiteren Erfolg: Er hat den Küchenchef (!) der Deutschen Botschaft in Port-au-Prince überredet, ihm sein Handy zu überlassen. Sonst könnten wir diese Zeilen gar nicht schreiben. Jetzt aber wieder Originalton Klaus Runggaldier:

Was man hier anpackt, funktioniert nicht: Schon zwei Reifenpannen mit Reifenwechsel auf offener Straße. Sind ganz schwierige Belastungen. Aber das internationale Team ist toll und mittlerweile richtig zusammengewachsen. Zur Abwechslung heute Käsecracker ergattert. Benzin ist inzwischen wieder Mangelware.

Runggaldier überlegt angesichts der Not, den Einsatz zu verlängern…

18. Januar 2010

Port-au-Prince, 19:00 (local time)
Ein weiterer Tag geht zu Ende: Dr. Siepe und die haitianischen Nurses haben den ganzen Tag im Hospital gearbeitet. Die Situation dort ist immer noch schwierig, aber es finden zumindest grundlegende Versorgungen statt. Die Franzosen unseres Teams haben einen Generator, einen Jeep und lokale Kommunikationsmittel besorgen können. Der Rest des Teams war in der deutschen Botschaft und bei diversen UN-Clusters: Eventuell 
unterstützten wir Morgen eine Erkundung der Botschaft in Leogane, Dr. 
Siepe wird im Auftrag der UN zusammen mit einem Statiker und einem Techniker ein Assessment von drei Krankenhäusern vornehmen.

Über Nacht haben einige Tankstellen Nachschub erhalten. Die Folge ist ein Verkehrskollaps: Die Transferzeiten haben sich teilweise verdreifacht - dadurch wird die wenige Zeit (wegen des Ausnahmezustandes nur tagsüber!!!) zum richtigen Helfen weiter empfindlich reduziert. Ärgerlich. Geduld ist mehr denn je gefragt.

Das Team ist weiter motiviert, aber die Anstrengungen der letzten Tage haben Spuren hinterlassen. Es wird Zeit, dass frisches Personal zur Unterstützung eintrifft, zumal unsere Standardgericht "Wasser mit Erdnüssen" sowie "Erdnüsse mit Wasser" bald alle ist...

Port-au-Prince, 11:30 (local time)
Live-Interview in SAT1: Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit, wir versuchen das, was möglich ist, zu machen, und kümmern uns nachher um uns selber. Aber in erster Linie haben wir so viel zu tun, dass wir – gottlob – gar nicht im Moment so oft nachdenken, was wir hier alles an schrecklichen Bildern gesehen haben und sehen müssen.

Wir sind jetzt in einem Krankenhaus, das mitten in Downtown liegt, also in einem der ärmsten Viertel der eh schon so armen Stadt. Sie müssen sich vorstellen, dass wirklich alles an Gebäuden ringsherum zerstört ist , bis zu 70 Prozent zerstört, da liegen die Patienten unter freiem Himmel bei Temperaturen, bei denen man normalerweise unter freien Himmel überhaupt keine Patienten lässt. Es gibt kein Wasser, es gibt keinen Strom in diesem Krankenhaus und dort versucht man eben dann mit wenigen Möglichkeiten, die man dann hat, Hilfe zu leisten, wohl wissend, dass das nur an einer ganz, ganz kleinen Stelle jetzt für uns im Moment möglich ist und das Leid ringsherum unendlich groß ist.

Also die Zerstörung überall, überall Menschen, die in Not sind, durchaus leider auch immer noch viele Leichen in den Straßen, in den Gebäuden. Ein Geruch, den man sich nicht vorstellen kann: der Geruch von Leichen, Fäkalien. Ja, alles ist durchaus eine ganz schwierige Situation.

17. Januar 2010

Port-au-Prince, 22:37 (local time)
Heute war ein guter Tag: Endlich konnten wir im fast völlig zerstörten Kranken Francois de Salle Menschen direkt helfen und Leid mindern. Auch die Präzisierung eines Plans für ein nachhaltiges Tun über die ersten Tage hinaus nimmt konkrete und gute Formen an. Wir wollen das Krankenhaus weiter mit Leben füllen und wieder zu einer nutzbaren Einrichtung für die ärmste und mit am schlimmsten betroffene Bevölkerung downtown machen. Außerdem haben wir - endlich - eine konkrete Aussicht auf eine geeignete location für unsere Basisstruktur inklusive Strom, Wasser, Unterbringungsmöglichkeiten und Sicherheit. Motivation aller ist weiterhin hoch. Trotz der extremen Umstände wird auch gelacht.

16. Januar 2010

Port-au-Prince, 18:30 (local time)
Wir haben hier Kollegen von catholic relief getroffen. Über die können wir das Krankenhaus wieder in Gang setzen. Um 7 Uhr 30 starten unsere Medizinmänner in dem Krankenhaus die Operationen. Das Gebäude war bisher abgeschlossen, die Leute liegen davor. Deshalb koordiniert Dr. Siepe die Notaufnahme.

Anm. d. Red.: Runggaldier hat zum telefonieren irgendeinen Kollegen vor Ort "angehauen" - mit dem will er vereinbaren, dass er die Leitung häufiger nutzen kann. Jedenfalls kam der Anruf diese Nacht von Runggaldier mit einer italienischen Vorwahl - da wären wir fast nicht dran gegangen...

Port-au-Prince, 13:50 (local time)
Wir sind nun am Aiport auf dem UN/Gelaende. Werden gleich das Team splitten:
1. Team mit Maltesern aus Haiti geht in ein Krankenhaus und wird direkte medizinische Hilfe leisten.
2. Team bereitet weiter den Start und den Aufbau einer Struktur vor: Unterbringung, Versorgung, Strom und Kommunikation und versucht, die Hilfe in das Gesamtsystem zu integrieren.
Extrem schwierige Rahmenbedingungen, da jede Menge Hilfe aus aller Welt heute eingetroffen, aber wenig Koordination erfolgt...
Alle Teammitlgieder wohlauf.

Port-au-Prince, 11:31 (local time)
Die erste Nacht haben wir bei einem Malteser Haitianer verbracht. Erstmal müssen wir eigenes Team sichern und versorgen. Leute vor Krankenhaus, die dort liegen, um zu sterben. Aktionismus von Hilfe verschiedenster Art, aber wenig System.

Port-au-Prince: Erste Eindrücke, 10:59 Uhr (local time)
Wir sind in der Stadt mit Autos unterwegs. Suchen Diesel. Selbst die Polizei hat keinen. Leichen überall auf den Straßen. Teile der Stadt komplett dem Mob gehörend. Versuchen auf den Airport zu kommen. Wollen dort unter Schutz der UN das Medicalteam aktivieren und Kommunikation sowie Versorgung für das Team sicherstellen. Chaos. Uns geht's gut.....

15. Januar 2010

Auf dem Weg nach Port-au-Prince, 18:45 Uhr (local time)
Wir sind jetzt kurz vor der Grenze und hoffen, dass wir gut durchkommen! Eigentlich sind da alle ganz zuversichtlich. Und jetzt gerade kommt die Sonne durch. Fast schon idyllisch - Schlimm genug - aber wir wissen ja auch nicht genau, was uns erwartet.

Santo Domingo, 3:00 Uhr (local time)
Wir beziehen die Zimmer und versuchen 3 Stunden zu schlafen, um dann ins Schadensgebiet aufzubrechen. Nach einer Stunde meldet sich die biologische Uhr und die unzähligen Gedanken auf die Dinge die später erwarten werden: Ist die Lage für uns sicher, wie können wir am besten helfen, wie schlimm wird es wirklich sein, haben wir alles bedacht, … Dann klingelt der Weckruf und es gibt noch mal den Luxus einer Dusche.

Santo Domingo, 1:30 Uhr (local time)
Der Flug ist ein wenig turbulent und endet nach der Landung in Santo Domingo mit der Bitte der Piloten um Applaus für den tollen Flug. Sei’s drum. Er bekommt den Applaus und wir dürfen die Maschine verlassen. Es ist 25 Grad warm und bewölkt.

Als wir als einzige vor dem offiziellen Einreisebereich in eine gesonderten VIP-Bereich des Flughafens geführt werden, wird uns wieder einmal klar: Welche tollen Möglichkeiten unser Malteserorden mit seinem diplomatischen Status hat: Es gibt frischen Kaffee, die Formalitäten werden für uns erledigt und kurze Zeit später fahren zwei große Jeeps mit unserem Gepäckstücken vor und wir können den Flughafen schon nach kurzer Zeit und ohne Sicherheitscheck durch eine Hinterausfahrt verlassen und werden direkt in ein Hotel gefahren. Hier funktionieren unsere Handies noch: Ein Anruf zu Hause, dort wie hier ist alles ok. Während die einen ins Bett gehen, frühstücken die Anderen und bereiten sich auf Schule und Kindergarten vor. Nachdem Auflegen habe ich wieder die Frage von meiner fünfjährigen Tochter Johanna im Kopf, als sie erfahren hat, dass ich in diesen Einsatz gehen werde: „Papa, warum fährst Du dahin wo die Erde wackelt, bleib’ doch bitte bei mir“…


14. Januar 2010

Newark, 20:45 Uhr (local time)
Der Abflug verzögert sich noch mal, weil noch ein Team mit Rettungshunden aus Canada erwartet wird und ungefähr 30 Maschinen in der Warteschlange für die Startbahn stehen. Nachdem der Pilot und sein spanischsprechender Purser zum 10ten Mal um Verständnis für die Verspätung  gebeten haben, überlegt man ernsthaft, wie sich die Lautsprecher „ausschalten“ lassen.

Newark, 19:00 Uhr (local time)
Der Weiterflug nach Santo Domingo verzögert sich. Wir nutzen die Auszeit um erste Grundsatzentscheidungen für den konkreten Einsatz zu treffen: Bestellung von Verbandsmaterial, Aktualisierung des medizinischen Sachbedarfs, Kooperation mit dem THW mit dem Ziel vor Ort zwei Wasseraufbereitungsanlagen für unsere medizinische Intervention verfügbar zu haben, Kontaktaufnahme mit den lokal in Haiti tätigen Organisationen. Die aktuellen Infos über CNN und aufgrund der ersten Telefonate mit Haiti verheißen nichts Gutes: Führende Persönlichkeiten des gesamten Hilfseinsatz haben Ihre Familie verloren oder sind selber unter den Opfern. Die USA wollen neben der Flugzeugträgern auch Truppen ins Land schicken, um eine drohende Anarchie zu unterbinden.

Am Gate treffen wir ein Mini-Team des THW und von HELP sowie Kamerateams. Alle sind gleich wie eine große Familie. Die Ungewissheit und die Freude Gleichgesinnte zu treffen schweißen zusammen. Informationen werden ausgetauscht. Stück für Stück wird das Bild der Lage vor Ort in Haiti präziser. Was angesichts der neuen Infos allerdings nicht wirklich beruhigend ist.

Newark, 14:20 Uhr (local time)
Wir landen bei bestem Wetter und sehen die Skyline von NY inklusive Big Apple und Freiheitsstatue. Dann folgt der einzigartige Einreise- und Sicherheitscheck der U.S.-Behörden. Doch Überraschung: Wir werden als „Rescue Team for Haiti“ absolut zuvorkommend behandelt und über Diplomatenspur, Presidentalclub am ganz großen Gewühle vorbeigeschleust. Überall hören wir Aufmunterndes und Lob „Real good guys“, „Thank you very much“.

Duesseldorf, 11:15 Uhr (local time)
Am Gate der Lufthansa eine gute Nachricht: als humanitären Beitrag werden wir vier in die Business Class upgegradet, endlich im Flieger kehrt Ruhe ein; jeder im Team sichtet noch mal sein Material, ordnet seine Gedanken und versucht so gut als möglich zu entspannen und vorzuschlafen. Die Stimmung im Team ist gut: Es wird gelacht.

Duesseldorf, 8:30 Uhr (local time)
Am Flughafen erwarten uns viele Medienvertreter, die alle bedient werden wollen; wir haben andere Sorgen: Aufgrund eines Streiks wird unser Flug über Paris nach Santo Domingo annuliert; Alternativ soll es nun über NY/Newark gehen: Das wird uns mindestens 6 Stunden mehr kosten und wegen der amerikanischen Sicherheitsbestimmungen deutlich unenspannter, als die Flüge stehen und das gesamte Material/Gepäck verteilt ist, werden die Medienvertreter „gefüttert“, sie sind sehr kooperativ.



Klaus Runggaldier

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