Felix zu Löwenstein: Trauer und Gebete einen Monat nach dem Erdbeben

Leogane, 12. Februar 13:04 Uhr (local time)

13.02.2010

Leogane ist vom Erdbeben gezeichnet
Foto: Tobias Kann

Heute ist der 12. Februar – ein Monat ist seit dem Erdbeben vergangen. Im ganzen Land ist ein Trauertag ausgerufen worden. Die meisten Orte, an denen man etwas kaufen kann, sind geschlossen, in den Kirchen – das heißt jetzt: auf den Plätzen unter freiem Himmel – stehen die Menschen zusammen, singend und betend, Prozessionen durchziehen die Trümmerstadt. Haiti ist ein sehr, sehr religiöses Land. Für niemand hier gibt es ein Auseinanderklaffen von Religion und Alttag. Die meisten Haitianer sind katholisch, aber es gibt jede denkbare protestantische Kirche, die es auch in den USA gibt und viele Freikirchen – und so gibt es viele verschiedene Orte des Gebets.

Wir hatten heute morgen ein paar Patienten hier, aber Mittags haben wir Schluss gemacht. Um 12 h haben wir uns in den beiden Zelten – erst im einen, dann im anderen – mit unseren Mitarbeitern und Volontairen versammelt und gebetet. „Großer Gott wir loben Dich“ geht auf Kreol und geht auf Deutsch. Dann beginnt einer laut zu beten, die anderen fallen ein – aber nichts ins selbe Gebet, sondern jeder für sich laut, murmelnd, rufend Nöte und Anliegen vorbringend. Wir Deutschen sind tief bewegt von dieser Frömmigkeit und Hingabe, ohne die die Menschen sicher gar nicht mehr leben könnten.

Wahrscheinlich wird unser Morgengebet trotzdem bescheiden und ruhig bleiben, mit dem wir unsere Arbeit unter den Schutz dessen stellen, dem die Malteser im Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen dienen.

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