Felix zu Löwenstein: Hl. Messe mit Bischof Marc Stenger / Wolkenbrüche

Leogane, 17. Februar 18:19 Uhr (local time)

18.02.2010

Hl. Messe im Camp mit Bischof Marc Stenger
Foto: Tobias Kann

Der gestrige Dienstag brachte Höhe- und Tiefpunkte für unser Camp in Leogane. Nachmittags kam der Bischof von Troyes, Marc Stenger, zu uns. Er ist der Malteser International-Bischof und in der französischen Bischofskonferenz für Lateinamerika zuständig. Wir hatten ihn schon in Port-au-Prince getroffen und hier allen mitgeteilt, dass er kommen würde, mit uns Hl. Messe zu feiern: dem örtlichen Pfarrer, den Schwestern eines benachbarten Krankenhauses, der kanadischen Armee und den Medecins sans frontière.

Entsprechend bunt gemischt war die kleine Schar, die sich auf dem Platz versammelt hat, auf dem seit heute die Krankenzelte stehen. In der ersten Reihe sassen einigen unserer Kranken oder lagen auf ihren Betten, dahinter auf Stühlen, die von den Schwestern eilig beigesteuert waren, der Rest. Klaus hatte aus dem Nichts eine beachtliche Altardekoration gezaubert. Mischof Stenger spricht gut Deutsch und sprach uns deutsche Malteser direkt an. Er bezog sich auf das Evangelium, in dem von den vielen Körben Brot die Rede ist, die nach der Verteilung noch übrig sind, und wies uns darauf hin, dass auch wir aus Wenigem Viel zu machen in der Lage seien, wenn unser Dienst aus Liebe getan wird. Dieser sehr beeindruckende Moment endete im Dunkeln, so dass nur noch die Kerze auf dem Altar Licht spendete.

Noch während des Abendessens brachen dann später die Wolken, und ein tropischer Regenguss überschwemmte das Land. Die auf dem Basketballplatz der Sri Lankischen UNO-Soldaten aufgestellten Zelte der Kranken standen schnell im Wasser, das wir mit vereinten Kräften wegzukehren versuchten. Vor allem aber war uns klar, was das für die Menschen in den Cmps bedeuten musste. Viele der einheimischen Mitarbeiter berichteten Tags drauf, dass sie die Nacht stehend verbracht haben, die Dinge, die nicht nass werden dürfen, in der Hand.

Der Tag - oder eher die Nacht - endete aber dennoch sehr schön: In unserem Dispensaire kam ein Kind zur Welt. Die junge Mutter war mit ihrer Familie gegen 10 Uhr gekommen - gegen 2 Uhr gellten ihre letzten Schmerzensschreie durch die Nacht und ein wunderhübsches Mädchen war geboren. Für Wolfgang, Töni und Tobias bedeutete das eine sehr kurze Nacht....

Leider türmen sich auch am heutigen Mittwoch Abend riesige Wolken am Himmel, und so ist eine weitere Regennacht zu befürchten. Für die Krankenzelte wird das hoffentlich besser ausgehen, denn sie stehen seit heute auf einem Platz, den wir mit einer dicken Kiesschicht bedeckt haben, so dass das von den Zelten ablaufende Wasser versickern kann. Auch wir selbst sind bestens geschützt. Aber die Hunderttausenden von Menschen, die noch ohne Zelte sind, haben allen Grund, sich zu fürchten...!

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