Malteser bieten Psychosoziale Unterstützung an

Für rückkehrende Einsatzkräfte und Journalisten

20.01.2010
Sören Petry

"Unsere Helfer mussten laufend die schrecklichsten Bilder verarbeiten, die man sich nur vorstellen kann. Zerstörung, Leichen, Verwesungsgeruch. Ein 24-stündiger Horrorfilm, der nur durch das aktive helfende Engagement zu ertragen ist,“ fasst Sören Petry, Bundeseinsatzleiter der Malteser für Psychosoziale Notfallversorgung, die Erlebnisse der Malteser Einsatzkräfte in Haiti zusammen. Er wisse, wie belastend Katastropheneinsätze sein könnten, und betont, dass das, was die Helfer jetzt zum Teil im Krisengebiet sehen und erleben müssen, jede Vorstellungskraft übersteige. „Wir stehen für die Helfer jederzeit zur Verfügung, werden da sein, wenn sie zurückkommen, damit sie auf uns zukommen können,“ so Petry weiter. Das Angebot gelte selbstverständlich auch für Journalisten, bekräftigt der Experte.

Die Fachkräfte der Malteser sind in dem weltweit bewährten "Critical Incident Stress Management, CISM" ausgebildet. Symptome, die nach derart belastenden Einsätzen auftreten können sind: Schlafprobleme, Ruhelosigkeit und ständige Gedanken an den Einsatz sowie Reizbarkeit oder Veränderungen im Sozialverhalten, das Familie und Freunde bemerken. Gehen diese Reaktionen in zwei bis vier Wochen nicht zurück, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch hier lassen die Malteser Helfer nicht allein. Durch die Kooperation mit dem Berufsverband deutscher Psychologen, BDP, stehen speziell ausgebildete Notfallpsychologen bundesweit zur Verfügung. Die Koordination von Anfragen übernimmt das Generalsekretariat der Malteser in Köln.

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