Nothelle: Haitianische Bevölkerung sehr dankbar und froh

Interview mit Radia Vatikan am 21. Januar

21.01.2010
Dr. Georg Nothelle im Interview

Neben der akuten Gefahr durch die erneuten Erschütterungen stünden aber auch die sozialen Strukturen vor Ort vor eine Zerreißprobe. Das betont Georg Nothelle von „Malteser International“. Er ist seit einer Woche auf Haiti:

„Allein durch die sozialen Spannungen in Haiti ist schon ein Potential an Gewalt und Kriminalität da. Durch die Notlage verschärft sich die Situation noch weiter. Ausschreitungen sind sogar nachvollziehbar, wenn es Tage nach dem Beben noch keine Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser gibt. Diese Unruhen sind aber punktuell. Insgesamt ist die haitianische Bevölkerung sehr dankbar und froh, dass wir da sind und leitet alles Notwendige in die Wege, um uns zu helfen.“

Und dennoch sei durch das Nachbeben keine Panik ausgebrochen. Nothelle:

„Man kann sagen, dass es hier bisher normal weiter läuft. Die Leute sind nicht sonderlich irritiert, auch wenn es ein schwerer Schreck in der Morgenstunde war. Was jetzt aber noch verstärkt von der Regierung angefordert wird, sind keine Ärzte, sondern Pflegekräfte. Ansonsten ist hier schon durch den Ansturm der Hilfskräfte ein Flaschenhals entstanden. Und das macht die Koordination schwierig. Daraus ergeben sich Verzögerungen.“

Das Nachbeben kam acht Tage, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7 den Karibikstaat verwüstet hatte. Die internationalen Hilfsorganisationen appellieren weiter an die Menschen, Solidarität zu zeigen und zu spenden, um koordiniert und nachhaltig Hilfe leisten zu können.
(Radio Vatikan 21.1.2010)

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