Erdbeben Haiti: Baby Jim Malte und Masterplan

Malteser Hilfe zwei Monate nach dem Beben

10.03.2010
Jim Malte mit Mutter und Hebamme

Jim Malte mit seiner Mutter und Malteser Hebamme
Antoinette Mirbach-Harff
Foto: Jürgen Peperhowe/Westfälische Nachrichten

Am 12. März sind es zwei Monate her, dass in Haiti etwa 60 Sekunden Erdbeben mehr als 200.000 Menschenleben gefordert, ganze Städte dem Erdboden gleich gemacht und einer Million Menschen das Dach über dem Kopf geraubt haben. Besonders die Kinder, verletzt oder zu Waisen geworden, haben es den Malteser Helfern angetan. Helferteams der Malteser gehörten zu den ersten, die nach dem Unglück in Haiti vor Ort waren. Seitdem haben sie mehr als 7.000 Überlebenden der Katastrophe zuerst in Port-au-Prince, dann westlich der Hauptstadt in Léogâne und Darbonne medizinisch helfen können. Zudem versorgten die Malteser bisher über lokale Partner rund tausend Überlebende in Port-au-Prince und Léogâne, sowie 90 Waisenkinder eines komplett zerstörten Waisenhauses mit Lebensmitteln, Seife, Matratzen, Laken und anderen fehlenden Alltagsdingen. In Petit Guave liefern die Malteser in Kooperation mit ArcheNova sauberes Trinkwasser für 700 Familien. Im vom Erdbeben nicht betroffenen Norden Haitis, am Sacré-Cœur-Krankenhaus in Milot, das der Malteserorden schon seit Jahren unterstützt, geben die Malteser jetzt täglich tausend Essen an Erdbeben-Patienten, deren Angehörige und freiwillige Helfer aus.

Trotz der täglichen Konfrontation mit Elend und Traumata in vielfacher Form gibt es für das etwa 12 internationale Ärzte, Krankenschwestern, Logistiker und Administratoren sowie zahlreiche einheimische Helfer umfassende Malteser Team immer wieder Lichtblicke: Als kürzlich eine junge Mutter in der Malteser Ambulanz in Darbonne ihr Kind zur Welt brachte, nannte sie es zum Dank an die Malteser freudestrahlend Jim Malte (Bild zum Download: www.malteser.de/90.Downloads/Jim_Malte.jpg - Foto: Westfälische Nachrichten/Jürgen Peperhowe).

In Miami haben sich jetzt die in Haiti engagierten Assoziationen und Einrichtungen des weltweiten Malteserordens getroffen, um ihre gemeinsame Hilfe im Sinne eines "Masterplans" abzustimmen. "Eine breite medizinische Basisversorgung über Gesundheitszentren und mobile Teams, Impfkampagnen, Angebote zur psychosozialen Betreuung, Zugang zu Trinkwasser, sanitäre Grundversorgung und selbstverständlich Armutsbekämpfung werden Schwerpunkte sein", berichtet Ingo Radtke, Generalsekretär von Malteser International. "Dabei arbeiten wir nicht nur für die Menschen in Haiti, sondern vor allem auch mit ihnen. Unser Ziel wird es sein, alle Kräfte des Ordens zu bündeln und unsere Hilfen für einen nachhaltigen Wiederaufbau des Landes langfristig in die haitianischen Strukturen zu integrieren.“

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