Felix zu Löwenstein: Abreise und Übergabe beginnen

Leogane, 19. Februar 11:39 Uhr (local time)

19.02.2010

Felix plant
Foto: Tobias Kann

Tobi [Tobias Kann] ist weg. Gestern früh mußte er ziemlich plötzlich abreisen, weil sich eine Änderung mit dem Flug der UN von Port au Prince nach Haiti ergeben hat. So hat er in großer Eile alles zusammengepackt. Glücklicherweise hat er schon am Vorabend alle eingewiesen: wie das Wasser aufzufüllen ist, wie mit der Klimaanlage des Hospital-Containers umzugehen ist und welche Streicheleinheiten der Generator braucht, um zu funktionieren. Es wird allerdings keine so schönen Fotos mehr geben. Denn nicht nur die riesige Kamera ist verschwunden, sondern auch mit ihr der geniale Fotograf Tobias Kann. Dass er noch rechtzeitig zum Flughafen kam, ist dem findigen Chauffeur Mario zu verdanken, den wir hier vor ein paar Tagen eingestellt hatten. Als sie am Eingang nach Port-au-Prince rettungslos im Stau standen und die Zeit verrinnen sahen, parkte er kurz entschlossen das Auto, packte Tobi, das Gepäck und sich selbst auf ein Motorradtaxi, und sie pflügten sich ihren Weg. Dass Tobi dann doch keinen Platz mehr im UN-Flugzeug fand und stattdessen im Hubschrauber nach Sto Domingo fliegen "musste", ist eine weitere spannende Wendung, von der er an dieser Stelle hoffentlich noch erzählen wird.

Er ist der erste aus dem deutschen Team, das die letzten Wochen hier bestritten hat, der die Heimreise angetreten hat. Wie in Haydn's Abschiedssymphonie wird's nun weitergehen. Morgen verläßt uns Wolfgang, der Gynäkologe - der, während ich diese Zeilen schreibe, zusammen mit Töni in Darbonne einem neuen Erdenbürger ans Licht der heißen haitianischen Sonne verhilft. Und so wird es weitergehen, bis wir um den 24ten herum von einem amerikanischen Team abgelöst werden, dessen Zusammensetzung noch nicht abschließend feststeht.

Wir werden heute den haitianischen Volontairen in einer Versammlung mitteilen, dass die "professionelle Phase" beginnt. Ab nächster Woche werden einheimische Ärzte, Krankenschwestern und Hilfskräfte fest eingestellt. Denn sowohl in Darbonne als auch in Leogane rechnen zu viele Patienten damit, zuverlässig behandelt zu werden, als dass hier eine durch den Teamwechsel bedingte Pause eintreten dürfte. Und ohnehin soll ja die nachhaltige Fortentwicklung des Maltesereinsatzes vor allem durch einheimisches Personal sichergestellt werden. Bewerbungen liegen uns bereits in großem Umfang vor, so dass die restlichen Tage des jetzigen deutschen Teams genutzt werden können, um dessen Erfahrungen mit der Arbeit und den einzelnen Personen in die Auswahl der Mitarbeiter einfließen können.

Kommentare

Julia Kost, Malteser International, 17-03-10 16:45:
Lieber Ratko Radonjic,

auch ohne einen finanziellen Beitrag kann jeder zur Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti beitragen: Zum Beispiel durch Unterstützung der lokalen Malteser-Gliederungen bei Aktionen zur Haiti-Hilfe oder durch die Weiterleitung des Links www.haiti-helfen.de an Freunde und Bekannte mit der Aufforderung zu spenden und ähnliches. Jeder kann durch kleine Aktionen in Deutschland die Arbeit der Malteser in Haiti so, auch ohne finanziellen Aufwand, unterstützen.

Vor Ort arbeitet Malteser International inzwischen verstärkt mit lokalen Kräften zusammen, um so die Wiederaufbaumaßnahmen im Land nachhaltig zu unterstützen.

Herzliche Grüße aus Köln
Radonjic Ratko, 14-03-10 00:59:
Ich finde eure Leistungen auch äußerst Bewundernswert. Wie sieht es aus, ein Minderjähriger ohne finanzielle Mittel helfen wollen würde. Inwiefern bestünden Möglichkeiten aktiv mit zu helfen? Grüße aus NRW
kretschmer susann, 19-02-10 23:14:
sehr beeindruckend und bewundernswert eure Leistung und euer engangment. wenn ich mich hier losseilen könnte würde ich euch sofort unterstützen. liebe grüße aus münchen susann

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*

*
Spendenkonto
120 120 120
Bank für
Sozialwirtschaft
BLZ: 370 205 00
Charity-SMS


Video: Charity-SMS
geht ganz einfach!